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| 01:06 Uhr

Mit Begegnung gewinnen

Die Europäische Union zweifelt nicht daran, dass das Cottbuser Stadion der Freundschaft mit der neuen Osttribüne größer und komfortabler geworden ist. Auch nicht daran, dass sich die Fans über viele trockene Sitzplätze freuen.


Die EU zweifelt, dass das Stadion der deutsch-polnischen Völkerverständigung dient. Das ist das gute Recht der Brüsseler, denn immerhin haben sie unter genau diesem Vorbehalt fast neun Millionen Euro Steuergelder für den Bau gegeben. Es ging um die Grenze, nicht um trockene Fußballfans.
Für diese Geldsumme ist es nicht zu viel verlangt, wenn das Cottbuser Stadion für die Nachbarn jenseits der Neiße mehr zu bieten hat als polnische Hinweisschilder.
Dass lokale und regionale Politiker um das bereits bezahlte und verbaute Geld kämpfen, ist richtig. Dass sie über den kritischen Förderer schimpfen, nicht. Die Zweifel waren lange bekannt, auch in Potsdam und Cottbus. Bereits im Jahr 2000 hatten die Politiker in der RUNDSCHAU lesen können, dass die grenzüberschreitende Wirkung einer Sportstätte bei den Brüsselern bezweifelt wird.
Mehr als vier Jahre später geht es darum, überzeugend zu beweisen, dass auch und gerade ein Sportstadion mit gemeinsamen Veranstaltungen Völker verbinden kann.
Gelingt dies, könnte sich die Region nicht nur Fördermillionen sichern. Sie würde durch Begegnung auch menschlich gewinnen - auf beiden Seiten der Grenze.