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| 19:00 Uhr

Kommentar
Theater im Theater – jetzt reicht’s

Ida Kretzschmar
Ida Kretzschmar FOTO: Sebastian Schubert / LR
Seit Wochen gibt es kreischende Misstöne aus dem Musiktheater. Inzwischen ist der Krach am Cottbuser Staatstheater so eskaliert, dass viele sogar um die heutige Opernpremiere zittern. Von Ida Kretzschmar

Macbeth steht auf dem Spielplan, Verdis düsterste Oper überhaupt. In der ihr zugrunde liegenden Tragödie beschreibt William Shakespeare den Aufstieg des königlichen Heerführers Macbeth zum König von Schottland, seinen Wandel zum Tyrannen und seinen Fall. Es scheint wie ein düsteres Omen. Denn in den Wochen vor der Premiere wurde die Luft im Theater immer stickiger. Zuerst hatten die Opernsolisten dem Generalmusikdirektor Evan Alexis Christ Beleidigungen und Drohungen vorgeworfen. Dann bestätigten mehr als 70 Orchestermusiker nicht nur eine für sie „unerträgliche Arbeitsatmosphäre“. Sie baten auch um den Rücktritt ihres Orchesterleiters. Mehr noch: Sie wollen schon heute Abend nicht mehr mit ihm spielen. Das ist deutlich genug. Nun müssen unbedingt auch Theaterleitung und Kulturstiftung deutlich werden. Die Geduld ist am Ende. So ein Theater im Theater ist auf Dauer nicht nur unerträglich für die Künstler, sondern auch für die Zuschauer. ida.kretzschmar@lr-online.de