ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:50 Uhr

Kommentar Streit um Flüchtlingspolitik
Merkels Grätsche

Hagen Strauß
Hagen Strauß FOTO: LR / Redaktion
Vorgeprescht – und vorerst wieder eingefangen. Dass Innenminister Horst Seehofer die Vorstellung seines Masterplans zur Umgestaltung der deutschen Asylpolitik vertagen musste, ist eine deftige Watsche für den Bayern.

Kühl hat Angela Merkel ihm zuletzt via TV klargemacht, dass sie den Vorschlag, Flüchtlinge an der deutschen Grenze zurückzuweisen, nicht akzeptieren will. Die Kanzlerin ist dazwischengegrätscht, weil sie nach wie vor auf eine europäische Lösung in der Flüchtlingsfrage hofft. Und die wird es nicht geben, wenn Berlin einseitig Fakten schafft.

Der Minister weiß nun jedenfalls, dass es ein Unterschied ist, ob man als bayerischer Ministerpräsident von München aus gegen die Kanzlerin und ihre Flüchtlingspolitik keilt, oder ob man mit am Kabinettstisch in Berlin sitzt und dort in die Disziplin eingebunden ist.

Merkel hat Seehofer klargemacht, dass sie nicht bereit ist, seine Alleingänge zu akzeptieren. 2015 stellte Seehofer Merkel auf dem CSU-Parteitag öffentlich bloß. Jetzt lässt sie ihn halt auf der Berliner Bühne warten.