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| 19:11 Uhr

MEINE WIRTSCHAFTSWOCHE
Der Gipfel im Wald

FOTO: LR / Sebastian Schubert
Plötzlich mittendrin: Ministerin Klöckner im vor Hitze und Trockenheit ächzenden, schädlingsgeplagten Wald statt auf der politischen Bühne. Das kann schon sehr mitnehmen. Noch mehr freilich nimmt es mit, in jeder Wahlperiode immer wieder zu hören, dass wir den Wald umbauen müssen. Von Beate Möschl

Und dass das Zeit braucht. Ja, aber wie lange denn noch?

Vom Waldumbau ist schon seit Generationen die Rede. Nicht zuletzt der berüchtigte Stangenwald aus Kiefern im Osten hat diesem Impuls Nahrung gegeben und schon einiges in Bewegung gebracht. Dass das gut ist, aber noch nicht genug, sagen Forstleute immer wieder. Traurig, wenn immer erst dramatische Ereignisse den Fokus auf naheliegende Probleme lenken. Natürlich kann und muss eine Ministerin dann akute Nothilfe versprechen. Doch kann auch sie dabei nur hoffen, dass dieses Geld nicht einfach versengt wird. Im wahrsten Wortsinn, weil Geldsegen eben kein Regen ist, egal wie viel Nothilfe-Scheine aus Steuergeldern herabsegeln.

Gleichzeitig wissen wir, dass der Forstwirtschaft Leute fehlen, andererseits aber der neueste Wellness-Trend (Waldbaden und Bäume umarmen) Heerscharen von Erholung und Sinn suchenden Menschen in unsere schönen, bedrohten Wälder treibt. Da müsste es doch mit dem Teufel zugehen, wenn sich das nicht zu einer nützlichen Symbiose vereinen ließe. Durch aktiv-tätige Erholung bei freiwilliger Waldarbeit zum Beispiel. Im Urlaub, am Wochenende oder ganz regelmäßig freitags nach der Klima-Demo. Dabei ließe sich durchaus auch manch ein Baum umarmen und schon mit den Setzlingen reden. Und mit dem gleich gesinnten Nebenmann, der beim Einpflanzen von Jungbäumen in den zuvor schon gemeinschaftlich und unter fachlicher Anleitung vorbereiteten Waldboden hilft, und beim Wässern. Da ist jede Hilfe willkommen. Das ist wahres Leben und eine Kultur, die Mensch, Natur und dem Miteinander etwas Gutes tun kann. Das fängt schon vor der eigenen Haustür an.