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| 19:52 Uhr

Kommentar
Höchste Zeit – mehr Tempo bitte

 Andrea Hilscher
Andrea Hilscher FOTO: LR / Sebastian Schubert
In den sozialen Netzwerken und in vielen Gesprächen machen sich Wut und Unverständnis Luft: Warum setzt ein Gericht einen mutmaßlichen Mörder auf freien Fuß?

Ganz einfach: Weil es das Gesetz so vorschreibt. Untersuchungshaft und zu erwartende Strafe müssen in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen. Der Angeklagte hat 28 Monate in Haft verbracht. Ein Ende des Prozesses ist nicht in Sicht, nach geltendem Recht sind ihm weitere Monate nicht zuzumuten. Zufrieden macht diese Antwort nicht. Angehörige und Freunde leiden unter der langen Verfahrensdauer, noch härter muss sie nun die Meldung von der Aussetzung des Haftbefehls treffen. Auch die Öffentlichkeit wünscht sich eine rasche Auf­ar­beitung der Tat, ein Urteil. Damit ist in den nächsten Monaten nicht zu rechnen. Liegt es an schlampiger Polizeiarbeit? An einem besonders gewieften Anwalt? Einem schwachen Richter? Da das Verfahren nicht öffentlich ist, fällt ein Urteil darüber schwer. Klar ist nur: Es wird Zeit, dass das Verfahren zu einem Ende kommt. Der jetzige Schwebezustand ist schwer auszuhalten. Für alle Beteiligten.

andrea.hilscher@lr-online.de