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| 02:45 Uhr

Mehr Sicherheit

Hagen Strauß
Hagen Strauß FOTO: k r o h n f o t o .de
Die Frage muss gestellt werden: Was ist einer Gesellschaft die Arbeit jener wert, die sich für sie im besonderen Maße einsetzen? Ob Krankenschwester oder Polizist, sie leiden nicht nur darunter, dass ihnen Anerkennung vielfach versagt bleibt. Sondern auch, dass ihre Belastung steigt, die Bezahlung aber nicht. Kommentar Hagen Strauß

Da läuft etwas falsch.

Die Polizei, Dein Freund und Helfer. Dass die Beamten das alte Motto auch ausfüllen können, wird zusehends schwieriger. Denn in den letzten Jahren haben Bund und Länder hier massive Einsparungen vorgenommen. Tausende Stellen wurden abgebaut, der Schutzmann an der Ecke hat inzwischen Seltenheitswert. Auf der anderen Seite jedoch dies: Mehr Einsätze, mehr Gewalt, mehr Überstunden und ein wachsender bürokratischer Aufwand. Kein Wunder, dass unter den Polizisten die Unzufriedenheit groß ist - und die Krankenrate offenbar steigt.

Die Debatte darüber, was man der Polizei noch zumuten kann und was nicht, hat gerade erst begonnen. Und es ist richtig, dass sie endlich stärker als bisher geführt wird. Doch bei der Entrümpelung der Aufgaben, so notwendig sie auch sein mag, muss bedacht werden, dass dies nicht allein die Lösung sein kann.

Innere Sicherheit ist schließlich mehr als der Kampf gegen den internationalen Terrorismus: Innere Sicherheit beginnt auf der Straße, in den Vorstädten oder bei Veranstaltungen in der Nachbarschaft. Die Bürger erwarten Präsenz. Zu Recht. Dafür benötigt man mehr Beamte. Und auch solche, die engagiert und nicht frustriert sind. Das kostet Geld. Logisch. Aber das muss es der Gesellschaft, der Politik wert sein.

politik@lr-online.de