ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 20:01 Uhr

Kommentar zur Digitalstrategie der Bundesregierung
Man hat verstanden

Igor Steinle
Igor Steinle FOTO: MOZ
Deutschland will bei der Digitalisierung von Industrie und Verwaltung schneller vorankommen und stellte gestern erste Pläne vor. Von Igor Steinle

Das Kabinett hat eine Strategie präsentiert, mit der Deutschland  – so lautet  der Anspruch –  in Sachen Künstlicher Intelligenz an die Weltspitze gelangen soll. Das Papier kann sich im internationalen Vergleich durchaus sehen lassen. Außerdem wurde mit einer Umsetzungsstrategie „Digitalisierung gestalten“ transparent gemacht, welche Ziele erreicht werden sollen, die Bürger auch in ihrem eigenen Leben wahrnehmen können. Zwar steckt in dem Papier noch reichlich unverbindliches „wir wollen“.

Deutlich wird jedoch: Man hat verstanden. Dabei ist wichtig zu betonen, dass das Land bei Weitem nicht überall so abgehängt ist, wie viele behaupten. Vor allem in der Forschung gehört es zur Weltspitze. Die Schattenseite ist die digitale Spaltung des Landes: Eine gute Internet-Infrastruktur gibt es meist nur in  Städten. Während Konzerne ihre Geschäftsmodelle wie selbstverständlich digitalisieren, tun sich kleine und mittelständische Unternehmen oft schwer damit. Vor allem ältere Menschen fühlen sich schnell überfordert angesichts des rasanten Wandels. Den Jüngeren, die vor allem die urbanen Zentren bevölkern, kann es indes gar nicht schnell genug gehen mit der Eroberung des Alltags durch die Technologie. Nur wenn die Regierung dieser Spaltung Rechnung trägt, wird der digitale Wandel gelingen.