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Märchenzeit
Märchen auf den Gleisen

Hannelore Grogorick
Hannelore Grogorick FOTO: Angelika Brinkop / LR
Besonders jetzt in der Adventszeit sind Märchen wieder äußerst beliebt. Die Deutsche Bahn etwa erzählt wieder von pünktlichen (Eisenbahn)Zügen. Vor etwa 30 Jahren schon formulierte der DDR-Liedermacher Reinhold Andert sinngemäß, dass sich die Deutsche Reichsbahn zu Ehren eines Parteitages verpflichtet hat, ihre Züge pünktlich auf die Gleise zu stellen. Verwundert darüber stellte er fest: „Keine Mutter verpflichtet sich, die Milch pünktlich vom Herd zu nehmen, kein Lehrer, den Unterricht pünktlich zu beginnen. Nur die Bahn verpflichtet sich zu solch revolutionärer Aufgabe.“

Da niemand mehr Parteitagsverpflichtungen einfordert, muss die Bahn nun auch nicht so hehre Ziele verkünden. Für das laufende Jahr hatte sie laut Bahnchef Richard Lutz eh’ nur das Ziel von 81 Prozent pünktlicher Züge im Fernverkehr angepeilt. Diese Woche nun lautete eine Schlagzeile: „Bahn gibt Pünktlichkeitsziel auf“.

Schön, dass die Deutsche Unesco-Kommission das Märchen-
erzählen in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufnahm.