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| 17:45 Uhr

Machtkampf in der SPD
Mutlos taumelt sie in Richtung Abgrund

 André Bochow
André Bochow FOTO: MOZ
Obwohl es nur etwas länger als zwei Jahre her ist, kann man sich kaum noch vorstellen, dass Martin Schulz mal ein Hoffnungsträger der SPD war. Für einen kurzen historischen Moment kehrte Leben in die älteste Partei Deutschlands zurück.

Noch heute rätseln viele, was den Schulz-Hype ausgelöst hat.

Ganz sicher aber wird es keinen neuen geben. Schulz ist ein Mann von gestern. Genau wie Sigmar Gabriel, der mit immer neuen Verbal-Foulspielen gegen die eigenen Genossen durch die Talkshows zieht.

Aber die beiden Ex-Parteichefs sehen sich offenbar noch in der politischen Vorwärtsbewegung. Vor allem Martin Schulz hält sein Comeback offenbar für möglich. Mit gezielten Indiskretionen heizt er die Personaldebatte in der SPD an. Um dann doch den offenen Kampf zu scheuen. „Zurzeit“ wolle er nicht mit Andrea Nahles um den Fraktionsvorsitz ringen. Wann wäre es denn Martin Schulz recht?

Und weil auch die anderen Maulhelden der SPD lieber in Hinterzimmern grummeln, taumelt die in Wahlen immer erfolglosere Partei immer schneller einem ruhmlosen Ende entgegen. Dass Nahles die Machtfrage geklärt sehen will, ist verständlich. Nur wird ihr dieser Wunsch nicht erfüllt werden. Egal mit welcher Mehrheit sie noch einmal Fraktionsvorsitzende wird, die feige innerparteiliche Konkurrenz wird nicht aufhören zu meckern, und die Personaldebatten werden die inhaltlichen überdecken.

Die Quittung gibt es bei den nächsten Wahlen.

politik@lr-online.de