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| 18:51 Uhr

Leitartikel zur Lebensmittelkennzeichnung
Zögerliche Ministerin

 Michael Gabel
Michael Gabel FOTO: MOZ
Wenn das keine gute Nachricht ist: Die meisten deutschen Verbraucher wünschen sich klare Informationen darüber, ob ein im Supermarkt angebotenes Lebensmittel gesund ist oder nicht. Es stimmt also nicht, dass Konsumenten einfach so ins Tiefkühlregal greifen, um sich mit Pizza, Risotto oder Eis zu versorgen – und sie dabei an nichts weiter interessiert sind als am Preis.

Allerdings wird es den Kunden derzeit noch besonders schwergemacht, ihr Informationsbedürfnis zu stillen. Denn wer hat beim Einkauf schon Zeit und Muße, das Kleingedruckte auf der Verpackungsrückseite zu studieren? Deshalb muss dringend eine leicht zu verstehende Kennzeichnung her – am besten die Nährwert-Ampel Nutri-Score.

Gegenüber Konkurrenzmodellen besitzt Nutri-Score nämlich gleich zwei entscheidende Vorteile: zum einen die klare Optik, die an das erprobte Bewertungssystem für die Umweltfreundlichkeit von Elektrogeräten erinnert. Außerdem ist das Modell bereits in anderen Ländern der Europäischen Union mit positivem Ergebnis getestet worden. Käme nun noch Deutschland dazu, wäre dies ein weiterer Schritt hin zu einer EU-weiten verpflichtenden Regelung, die dringend kommen muss.

Dass Agrarministerin Klöckner mit der Entscheidung für eine Nährwert-Ampel zögert, ist daher ärgerlich. Hoffentlich folgt die CDU-Politikerin am Ende nicht Forderungen eines Teils der Lebensmittelunternehmen, die sich heftig gegen die Signalfarbe Rot in der Bewertungsskala wehren. Dabei ist es gerade die Assoziation Rot=Stopp, die einen positiven Effekt auf das Verbraucherverhalten haben dürfte.

politik@lr-online.de