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| 20:15 Uhr

Leitartikel zum Zustand des Waldes
Eine Menge Holz

 Mathias Puddig
Mathias Puddig FOTO: MOZ
Die Entwicklung ist dramatisch, und sie kommt schneller als die Experten erwartet haben: Dem Wald geht es schlecht. Dürre, Hitze, Brände und Schädlinge machen den Bäumen zu schaffen. Und wer denkt, dass der Wald, der immerhin ein Drittel der Fläche Deutschlands bedeckt und schon so einiges überlebt hat, auch diesmal einfach alles wegsteckt, der irrt: Experten warnen  vor einem Kollaps der Wälder.

Der wäre fatal, denn der Wald erfüllt gleich ein ganzes Bündel von Aufgaben. Unbestritten ist er elementar wichtig im Kampf gegen die Klimakatastrophe. Natürlicher als in Bäumen lässt sich Kohlendioxid nun einmal nicht speichern.

Dazu kommt der wirtschaftliche Faktor: ohne Wälder keine Holzindustrie. Möbel- und Baustoffproduzenten müssten auf Holz aus dem Ausland ausweichen, was – wenn das Holz beispielsweise in Sibirien geschlagen wird – wiederum dem Klima schadet. Gleichzeitig dienen die deutschen Wälder aber auch der Naherholung.

Das ist – flapsig gesagt – eine Menge Holz, und bislang sorgt vor allem die Forstwirtschaft dafür, dass der Wald all diese Aufgaben erfüllt. Doch das wird immer schwerer.

Wenn die Forstwirtschaft jetzt auch noch Waldumbau und Aufforstung übernehmen soll, dann wird das ohne Unterstützung nicht gehen. Im Klartext: Wir alle müssen das bezahlen. Doch das ist immer noch billiger, als nichts zu tun. Auf dem Spiel steht nichts weniger als das gesamte Ökosystem.

politik@lr-online.de