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| 19:24 Uhr

Leitartikel
Mut zum Weitermachen 

Günther Marx
Günther Marx FOTO: MOZ
Zwei Jahre ist es jetzt her, dass der Tunesier Anis Amri seinen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt rund um die Berliner Gedächtniskirche verübte und zwölf Menschen in den Tod riss.

Blutige Anschläge gab es seither auch in Barcelona und in London, davor jene in Paris und Nizza. In der Öffentlichkeit indes hat das Gefühl der Unsicherheit über den Moment von Schock und Erschütterung nie lange Platz gegriffen. Hier wie dort tauchten die Menschen schnell wieder in ihren Alltag ein. Die regelmäßigen Warnungen der Sicherheitsbehörden über die anhaltend hohe Terrorgefahr bekamen, je länger nichts passierte, etwas Abstraktes.

An Straßburg zeigt sich nun wieder, dass die Gefahr konkret ist – und dass es gegen diese Form des Terrors keinen absoluten Schutz gibt, selbst wenn die Täter bereits auf dem Radar von Polizei und Geheimdiensten aufgetaucht sind. Der Rechtsstaat tut sich dabei manchmal schwer, aber auch autoritäre Systeme sind nicht vor Anschlägen gefeit. Behördenfehler – wie bei Amri offenkundig – oder unglückliche Zufälle – wie die verpasste Verhaftung in Straßburg – einmal beiseitegelassen: Ein Verdacht reicht nicht immer, um einen Menschen aus dem Verkehr zu ziehen. Und Einzelgänger, die sich über Religion und Ideologie radikalisieren, sind schwer zu kontrollieren. In Straßburg wird der Weihnachtsmarkt nach einem Tag der Trauer und des Innehaltens heute wieder geöffnet. Das ist gut so.

Lassen wir Polizei und Justiz ihre Arbeit tun und lassen wir nicht zu, dass Gewalttäter, welcher Motivation und welcher Herkunft auch immer, über unsere Gesellschaft triumphieren. politik@lr-online.de