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| 18:52 Uhr

Leitartikel zu Spahns Apothekenplänen
Das geht auch billiger

Hajo Zenker
Hajo Zenker FOTO: MOZ
Rezeptpflichtige Medikamente sollen auch in Zukunft per Post kommen können – etwa aus den Niederlanden. So will das Gesundheitsminister Jens Spahn. Und das leuchtet ein. Denn wenn es nun endlich auch in Deutschland mit Videosprechstunden vorangehen soll, gehört das Bestellen der nötigen Arznei im Internet logischerweise dazu.

Ohne den Umweg, das E-Rezept des Online-Arztes noch höchst­selbst in eine Apotheke vor Ort tragen zu müssen.

Damit verabschiedet sich der Gesundheitsminister jedoch vom schwarz-roten Koalitionsvertrag. Um angesichts der Lobbymacht der Apotheker und der diversen Verbotsanhänger in den Regierungsfraktionen damit durchzukommen, macht Spahn, was die Bundesregierung generell in diesen wirtschaftlich so guten Zeiten so gern tut – Geld verteilen. 375 Millionen Euro sollen die deutschen Apotheker zusätzlich bekommen. Wie so viele Spahn-Vorhaben bezahlt von den Versicherten.

Nun ist es gut und richtig, die Versorgung im ländlichen Raum durch mehr Geld für Nacht- und Notdienste absichern zu helfen. Und etwa auch das Führen eines Medikationsplanes zu honorieren. Das hätte man aber sicher auch billiger haben können. Etwa indem man umverteilt, das Vergütungssystem also so verändert, dass weniger Geld bei den großen und mehr bei den kleinen Apotheken landet. Aber angesichts der Fülle von Vorhaben, an denen der Minister gerade schraubt, ist ihm dieser Weg wohl als zu mühsam erschienen. politik@lr-online.de