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Leitartikel
Licht und Schatten

Stefan Vetter
Stefan Vetter FOTO: Redaktion / LR
Vor fast genau einem Jahr meldete die Deutsche Bahn, wieder in die Gewinnzone gefahren zu sein. 2015 gab es noch herbe Verluste. Nun zeigt die jüngste Bilanz: Das Großunternehmen hat Kurs gehalten.  Nicht nur der Gewinn ist 2017 weiter nach oben gegangen, sondern auch die Zahl der Fahrgäste. Auf  den Fernstrecken  hat die Bahn offenbar deutlich an Attraktivität gewonnen.  Das ist auch eine gute Nachricht für die Umwelt. Denn wer Bahn fährt, lässt sein Auto stehen und meidet möglichweise auch den Flieger. Beide Verkehrsträger sind gemessen an der Bahn  ökologische Dreckschleudern. Von Stefan Vetter

Allerdings gibt es auch noch genügend Schattenseiten. Nicht nur, dass die Pünktlichkeit weiter zu wünschen übrig lässt. Beim Güterverkehr klafft ebenfalls eine große Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Nach dem neuen Koalitionsvertrag  sollen mehr Waren auf die Schiene verlagert werden. Nach den aktuellen Daten geht die Reise hier jedoch genau in die umgekehrte Richtung. Weniger Brummis auf den Straßen? Fehlanzeige.

Auch wird es viele Menschen kaum trösten, dass sie zwar von Berlin nach München in neuer Rekordzeit gelangen können, aber der Nahverkehr auf der Schiene in manchen Regionen des Landes  auszubluten droht.  Damit werden sie im wahrsten Sinne des Wortes abgehängt. Das ist nicht nur ein Fall für das Bundesverkehrsministerium, sondern auch für Heimatminister Horst Seehofer. Der CSU-Mann will bekanntlich die ländlichen Räume stärken und so für mehr Zusammenhalt in der Gesellschaft sorgen. Bei der Bahn wird die Sache ganz konkret. Ist sie doch ein wichtiger Teil der Daseinsvorsorge – und komplett im Besitz des Bundes. Der Aufsichtsrat wird gerade umgebaut und mit mehr Politkern besetzt. Umso stärker wird man künftig mit der Bundesregierung verbinden, was der Bahn gelingt. Und was dort schiefläuft.