ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:09 Uhr

Lausitzer Sorgen

Sicher spiegelt sich in den Lausitzer Sorgen nicht immer gleich das Schicksal des ganzen deutschen Ostens. Aber der neue Verkehrswegeplan des Bundes bremst unserere Region exemplarisch für ganz Ostdeutschland aus.

Was als sowieso schon schwer zu verdauender Kompromiss fest eingeplant war, die bessere Verbindung zwischen der Lausitz und Leipzig, fehlt im sächsischen Teilstück. Und insgesamt sprechen die Zahlen sprechen für sich: Der Anteil der sechs neuen Länder schrumpft bei den Investitionen von 35 auf unter 32 Prozent. Und wenn Thüringen, das einzige unter diesen Bundesländern mit Zuwachs, rausgerechnet wird, dann bleibt für ein Drittel Deutschlands gerade noch ein knappes Viertel an Geld übrig.
So ist dann auch kein Geld da für den Kompromiss zur Lausitz-Leipzig-Trasse. Dabei hatte Verkehrsminister Stolpe nach der Entscheidung zur Olympiakandidatur signalisiert, die Verbindungen in die Sachsenmetropole seien vorrangig.
Verantwortlich dafür ist auch der brandenburgische Drang zur Kirchturmpolitik. Denn das Problem unserer Region ist nicht der Stau oder eine zu enge Ortsdurchfahrt. Die Lausitz braucht mehr Menschen, mehr Güter und dafür eine attraktive überregionale Anbindung. Das hat man in Dresden viel besser verstanden.
Der frühere brandenburgische Ministerpräsident aber setzt im neuen Amt die Potsdamer Politik der Kleinteiligkeit fort. Und straft damit all jene auch in Brandenburg ab, die zähneknirschend einer Lösung zustimmten, die wenigstens ab der Landesgrenze eine Autobahn versprach. Jetzt sind die Abgeordneten der Region gefordert.