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| 18:02 Uhr

Kommentar
Lackmustest für Ministerin  

Von Benjamin Lassiwe
Von Benjamin Lassiwe FOTO: LR
Brandenburgs Sozialministerin Diana Golze will Landesvorsitzende ihrer Partei werden. Prinzipiell ist das keine schlechte Wahl – schon lange galt Golze als große Zukunftshoffnung der Partei, auch wenn ihre politischen Erfolge im Ministeramt nicht zuletzt bedingt durch ihren tragischen Unfall im vergangenen Sommer und dessen Folgen bislang eher bescheiden blieben.

Doch eine Führungskraft muss zuweilen auch einmal Führung zeigen. In der Linkspartei hat das in der vergangenen Legislaturperiode klar gefehlt: Dass junge Abgeordnete wie Peer Jürgens und Torsten Krause bei den Fahrtkostenabrechnungen derartig über die Strenge schlagen konnten, liegt nicht nur an krimineller Energie. Es liegt auch daran, dass die Brandenburger Linkspartei in den vergangenen Jahren sehr oft Studenten und junge Absolventen in hohe, verantwortungsvolle Positionen brachte – ohne dass man sich dann anschließend sonderlich um die Nachwuchskräfte kümmerte. Dass Macht und Verantwortung zusammen gehören, hat die Brandenburger Linke in den letzten Jahren bitter lernen müssen.

Deswegen wird es nun interessant, wie Diana Golze mit ihrem durch den Strafbefehl vorbelasteten Büroleiter umgeht. Eine bloße Beurlaubung Krauses ist jedenfalls zu wenig: Rät sie ihm, die Strafe zu akzeptieren, klar Schiff zu machen und den Landesdienst zu verlassen? Brandenburgs Linke jedenfalls sollten die aktuelle Angelegenheit genau beobachten – denn das Verhalten Golzes in dieser Situation kann auch ein Lackmustest für ihre Führungsqualitäten an der Spitze ihres Landesverbandes sein.