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| 18:59 Uhr

Kushner-Plan auf Manama-Konferenz
Jahrhundertdeal oder Nullnummer

 Martin Gehlen
Martin Gehlen FOTO: MOZ
Rund 50 Milliarden Dollar wollen die Initiatoren im Weißen Haus lockermachen, auch wenn bisher unklar ist, wer diese Summen am Ende aufbringen soll.

In seinem „Jahrhundertplan“ verspricht Trump-Schwiegersohn Jared ­Kushner den Palästinensern das Blaue vom Himmel und das Paradies auf Erden, vorausgesetzt, sie verzichten auf einen eigenen Staat und finden sich mit der israelischen Besatzung ab. Mit diesem Vorgehen folgt Kushner der üblichen Immobilienlogik, nach der sich praktisch alles kaufen lässt, wenn man nur genügend Geld auf den Tisch legt.

Doch seine in Bahrain präsentierte Hochglanzbroschüre wird den Nahostkonflikt nicht entschärfen. Zum einen bricht die Trump-Familie radikal mit der bisherigen Rolle der USA als halbwegs neutraler Vermittler und stellt sich eindeutig auf die Seite Israels.

Zum anderen ignoriert das Weiße Haus, dass alle Investitionen ein stabiles politisches Fundament brauchen, soll das Geld nicht sinnlos aus dem Fenster geworfen werden.

Und zum dritten bieten die Palästinenser ein derart zerstrittenes Bild, dass sie politisch praktisch handlungsunfähig sind.

Die Gräben sind so tief, dass selbst wohlwollende regionale Verbündete frustriert den Kopf schütteln. Die meisten arabischen Herrscher geben lediglich noch pro-palästinensische Lippenbekenntnisse ab.

Die Golfstaaten würden das dornige Dauerthema lieber heute als morgen mit irgendeiner Minimallösung aus der Welt schaffen. Für sie steht längst nicht mehr der herkömmliche Nahostkonflikt mit Israel als Hauptfeind im Zentrum des politischen Geschehens. Sie wollen vor allem den regionalen Ambitionen Teherans die Stirn bieten.

⇥politik@lr-online.de