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| 14:36 Uhr

Buch der Woche
Vom zerbrechlichen Glück

Ida Kretzschmar
Ida Kretzschmar FOTO: LR / Sebastian Schubert
Vor zwei Jahren stellte sich die Hamburger Journalistin und Autorin Kristine Bilkau (Jahrgang 1974) in der Lausitzer Lesart mit ihrem Debütroman „Die Glücklichen“ vor. Eine erstaunliche literarische Studie über die Situation von Menschen in der Mitte des Lebens. Von Ida Kretzschmar

Beschrieb sie damals eindrucksvoll die Ängste ihrer Generation vor Gegenwart und Zukunft, taucht sie in ihrem neuen Roman in die Vergangenheit ein. „Eine Liebe in Gedanken“ geht einer Liebe nach, die offenbar nie völlig zerronnen war. Auf neue Weise handelt dieses Buch wiederum von der Schwierigkeit, das Glück mit aller Intensität und Risikobereitschaft festzuhalten. Hamburg, 1964. Antonia und Edgar scheinen wie füreinander geschaffen. Sie teilen den Traum von einer Zukunft fern von ihrer Herkunft. Im Krieg geboren und mit Härte aufgewachsen, sehnen sie sich nach der Welt. Sie wollen anders leben und lieben als ihre Eltern. Edgar bekommt einen Job in Hongkong. Toni soll nachkommen, sobald er Fuß gefasst hat. Ein Jahr lang lässt sie sich vertrösten. Dann löst Toni die Verlobung. Die Trennung, die Frage nach dem Warum aber bestimmt beider Leben. Nach dem Tod der Mutter macht sich die Tochter auf, das Zerrinnen der Erinnerung aufzuhalten. Eine sehr behutsam, aber unsentimental erzählte Geschichte, die dazu ermuntert, auch zwischen unterschiedlichen Generationen über Glücksansprüche und ihre Zerbrechlichkeit ins Gespräch zu kommen.

Kristine Bilkau: Eine Liebe, in Gedanken. Luchterhand-Verlag, 252 Seiten, 20 Euro
Kristine Bilkau: Eine Liebe, in Gedanken. Luchterhand-Verlag, 252 Seiten, 20 Euro FOTO: Luchterhand