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| 07:07 Uhr

Kolumne Der Tatort im Rundschau-Visier
Klasse, Köln

Daniel Schauff
Daniel Schauff FOTO: Sebastian Schubert / LR
Klasse – keine bei den Kölnern so beliebte Wirtschaftskrimi-Geschichte mit Mord nebenbei. Keine über siebentausend Ecken verzwickte Geschichte um drei Millionen Verdächtige. Keine Ehe- oder Singledramen um die Kommissare. Einfach nur ein Krimi aus dem Mittelstand-Milieu, prima gespielt von allen Beteiligten, diesmal sogar von Behrendt, der sonst gern mimosig durch den Krimi stapft und wie ein Kind mit den Füßen stampft, weil’s keine Schokolade gibt. Nein, diesmal ist Behrendt einfach nur ein Polizist, Bär ebenfalls, klassisch mit klassischem Auto, klassisch auch mit großem Herz.

Richtig gut war auch Moritz Grove, der im Knast seinen blanken Horror erlebt, den er schlussendlich nicht aushält, weil er viel zu sehr darunter leidet, von seiner Familie getrennt zu sein. Als seine Frau ihn im Gefängnis besucht, zeigt sich, wie schnell Verzweiflung in Brutalität umschwenken kann. Großes Kino, Herr Grove.

Dann – nicht vergessen – war da noch der neue Assistent der beiden Kommissare Schenk und Ballauf: Norbert Jütte misst sich gern den Blutdruck und ist im Ganzen nicht der schnellste, sorgt in dem sonst so trist-grauen Krimi für den einen oder anderen Schmunzler.

Ein gelungener Sonntagabendkrimi, der auch mal ohne große Überraschungen ausgekommen ist.

4c_TV Tatort ARD
4c_TV Tatort ARD FOTO: Schubert, Sebastian / LR