ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:42 Uhr

Trumps Kanonenpolitik
USA drehen weiter an der Eskalationsschraube

 Günther Marx
Günther Marx FOTO: MOZ
Die USA, so Sicherheitsberater John Bolton, wollten keinen Krieg mit dem Iran. Wirtschaftlich in die Knie zwingen wollen sie das Mullah-Regime aber schon. Wegen eines Atom-Vertrags mit Teheran, den die US-Regierung gegen den Willen der Mitunterzeichnerstaaten Russland, China, Großbritannien, Frankreich sowie Deutschland selbst gekündigt hat.

Washington unter Präsident Trump ist damit zugleich zur alten Sanktionspolitik zurückgekehrt und hat diese Anfang des Monats noch einmal verschärft. Wen wundert da die iranische Reaktion, dass die Mullahs kein Öl mehr durch die Straße von Hormuz lassen wollen, wenn nicht auch das eigene passieren darf.

Militärisch hat der Iran im direkten Schlagabtausch mit den USA nichts zu gewinnen. Aber sein Störpotenzial ist allemal groß genug, um die Weltölmärkte nachhaltig zu erschüttern.

Damit sind auch deutsche Wirtschaftsinteressen und die anderer europäischer Staaten unmittelbar betroffen. Trump nimmt seine Partner in Mithaftung für seine Politik – man kann auch sagen: als Geiseln.

Und mit der Entsendung eines Flugzeugträgers und einer Bomberstaffel dreht er weiter an der Eskalationsschraube. Steht demnächst die Bombardierung Teherans an, wenn die Mullahs es Trump nachmachen und ebenfalls aus dem Atomvertrag aussteigen?

Spätestens jetzt wäre es an den Partnern, ihre leisetreterische Haltung gegenüber dem schwierigen Freund jenseits des Atlantik zu revidieren. Und man könnte es auch. Die USA bleiben zwar das unerlässliche Rückgrat europäischer Sicherheit, Europa ist freilich auch ein unerlässlicher Baustein der globalen Geltung Amerikas.

politik @lr-online.de