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| 18:28 Uhr

Kommentar zur Impfstudie der WHO
Impfen ist Bürgerpflicht 

 André Bochow
André Bochow FOTO: MOZ
Die Weltgesundheitsorganisation schlägt Alarm. Menschen, die geimpft werden könnten, aber nicht geimpft werden, sind zu einem erstrangigen Risikopotenzial geworden.

Das wird bei denen hierzulande, die es schick finden, Masern-Feten zu veranstalten oder jenen, die das Impfen für einen Massenmordversuch irgendeiner bösen Weltregierung halten, nur finstere Einträge in sozialen Netzwerken auslösen.

Dass man überhaupt über den Sinn von Impfungen diskutieren muss, ist ein schwer zu erklärendes Phänomen. Ist es nicht klar, dass die Impfgegner nur deshalb ihre verschwörerischen Parolen verbreiten können, weil es immer noch genug Vernünftige gibt, die geimpft sind und alle anderen vor Ansteckung bewahren? Ist die Rückkehr der Pocken wünschenswert? Soll man noch mehr Menschen in Afrika sterben lassen, weil Ebola-Impfungen eventuell Nebenwirkungen haben? Was genau ist dagegen zu sagen, dass Kinder keine Windpocken und deswegen als Erwachsene keine Gürtelrose bekommen?

Nichts ist dagegen zu sagen. Nichts Vernünftiges jedenfalls. Weil aber Vernunft offenbar ein immer knapper werdender Rohstoff ist und es keinen Grund dafür gibt, dass Unschuldige leiden müssen, führt kein Weg mehr an der Impfpflicht für die schlimmsten Krankheiten vorbei. politik@lr-online.de