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| 18:02 Uhr

Kommentar zur Altersempfehlung für Apps
Problem, das es nicht gibt

 Mathias Puddig
Mathias Puddig FOTO: MOZ
Franziska Giffey ist eine der Ministerinnen, deren Zwischenfazit nach dem ersten Jahr positiv ausfällt: Die Familienministerin ist fleißig, sie bringt ihre Gesetze durch, und sie ist beliebt. Ihre Popularität hat allerdings einen weiteren Grund: Giffey ist eine Meisterin darin, ihre Arbeit auch gut zu verkaufen.

Vor diesem Hintergrund ist auch ihr Vorstoß zu sehen, Kinder vor gefährlichen Inhalten in mobilen Apps zu schützen. Giffey will eine leicht erkennbare Altersempfehlung durchsetzen, der Eltern vertrauen können. Das klingt gut, schließlich kann niemand etwas gegen den Schutz von Kindern haben. Und doch wird mit dem Vorstoß lediglich ein Problem gelöst, das es eigentlich gar nicht gibt. Denn schon jetzt legt die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) solche Empfehlungen fest, und Google verlässt sich darauf. Apple legt sogar noch strengere Maßstäbe an, was zu unterschiedlichen Empfehlungen bei den Anbietern führt. Am Ende aber sollten sowieso nicht irgendwelche Aufkleber darüber entscheiden, welche App ein Kind nutzt, sondern die Eltern. Die kennen ihr Kind schließlich immer noch am besten.

politik@lr-online.de