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| 18:46 Uhr

Kommentar
Nicht nur für Fledermäuse

André Bochow
André Bochow FOTO: MOZ
Der Hambacher Forst ist eine Restwaldfläche. 200 Hek­tar groß. Die hat der Braunkohlebergbau von ursprünglich 4000 Hektar übriggelassen. Nun stört der Restwald. Von André Bochow

Folgt man der Argumentation des Konzerns RWE, dann bräche die Energieversorgung, mindestens Nordrhein-Westfalens zusammen, wenn die Bäume dem Bergbau nicht Platz machen würden. Nun hat die Justiz die Rodung gestoppt. Damit keine vollendeten Tatsachen geschaffen werden. Nichts könnte richtiger sein.

Dass es die Bechsteinfledermaus ist, die vorerst die extrem umweltschädliche Braunkohleförderung und Braunkohleverstromung stoppt, mag vielen lächerlich erscheinen. Angesichts des martialischen Polizeiaufgebotes der vergangenen Wochen, angesichts von Verletzten und eines Toten bei der Schlacht um ein Wäldchen. Im Endeffekt ist es aber egal, auf welche Weise sich Vernunft durchsetzt.

Denn während die Kohlekommission darüber berät, wann und wie man aus der Braunkohle aussteigt, während moderne Gaskraftwerke stillstehen und die erneuerbaren Energien sich nach Ansicht der Bundesregierung so gut entwickeln, dass sie der staatlichen Unterstützung eigentlich nicht mehr bedürfen, ist es schlicht vernunftwidrig, eine völlig überholte Form der Energiegewinnung auf Kosten von Landschaft, Klima und Menschen auszuweiten. Die Münsteraner Richter haben also, wenn auch nur vorerst, mehr gerettet als nur fliegende Säugetiere. Möglicherweise helfen sie sogar einigen Politikern. Sollte der Rodungsstopp im Hambacher Forst der Anfang vom Ende der Tagebauerweiterungspläne von RWE sein, wird man vielleicht auch vergessen, wer solchem Unsinn die Tür öffnen wollte.

politik@lr-online.de