ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:12 Uhr

Kommentar Zum Grünen-Parteitag
Grüne Ansagen

 Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: LR / Redaktion
Dieser Parteitag war eine klare Ansage: Ein „Weiter so mit Woidke“ wird es nach der nächsten Landtagswahl nicht geben. Jedenfalls nicht, wenn Brandenburgs Grüne an der Regierung beteiligt sind. In fast jeder Rede wurde die SPD scharf angegriffen. Von Benjamin Lassiwe

In der Kohlepolitik, in der Landwirtschaftspolitik und beim Verkehr gibt es große Gräben, die es schwer machen dürften, nach der Landtagswahl über Rot-Rot-Grün zu reden.

Dennoch wäre es denkbar, dass es am Ende in Brandenburg darauf hinausläuft. Oder auf ein Bremer Modell: Also Rot-Rot-Grün, aber mit einem anderen Ministerpräsidenten. Schließlich hat die Hansestadt gezeigt: Selbstbewusste Koalitionäre können es schaffen, dass der größte Partner sein Personaltableau verändern muss. Und Brandenburgs Grüne gaben sich am Samstag selbstbewusst. Ihr Herzenswunsch scheint aber ein Bündnis mit CDU und Linkspartei zu sein. Denn nennenswerte Kritik an den Christdemokraten äußerten die Grünen nicht. Im Gegenteil: Spitzenkandidat Benjamin Raschke befand, dass Ingo Senftleben einen „liberalen, ökologischen Kurs“ fahre, und dafür von seiner Basis abgestraft worden sei.

Bleibt die Frage, ob es am Ende vielleicht sogar eine grüne Ministerpräsidentin geben kann. Laut Umfragen ist das denkbar, aber unwahrscheinlich. Dass Ursula Nonnemacher ankündigte, im Fall des Falles für das Amt der Ministerpräsidentin bereitzustehen, ist trotzdem konsequent. Doch es war gut, dass die Spitzenkandidatin dabei auf dem Teppich blieb, und darauf verzichtete, sich von ihrem Parteitag offiziell zur Kandidatin für das Ministerpräsidentenamt ausrufen zu lassen.

⇥politik@lr-online.de