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| 18:50 Uhr

Kommentar zum Datenschutzgesetz
Zu leicht zu missbrauchen

 Igor Steinle
Igor Steinle FOTO: MOZ
Die Studie eines britischen Doktoranden hat gezeigt, wie leicht sich die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) missbrauchen lässt. Angesichts der Fülle intimster Informationen, die wir im Internet über uns preisgeben, ist das ein unhaltbarer Zustand.

Betroffen sind allem Anschein nach vor allem Unternehmen mittlerer Größe.

Große Konzerne hingegen bestanden auf einer aussagekräftigen Identifizierung der Personen, die eine Datenauskunft fordern. Ganz kleine Unternehmen haben auf die Anfragen des Studenten oft nicht mal geantwortet. Es waren meist mittlere und mittelständische Unternehmen, die die sensiblen Informationen fahrlässig rausgerückt haben. Angesichts oft gestresster Mitarbeiter ist das vielleicht verständlich. Und dennoch grob fahrlässig.

Unternehmen müssen genauer darauf achten, an wen sie angefragte Daten herausgeben. Eine Kopie des Personalausweises müsste das Mindeste sein. Dass die Firmen hier nachbessern, ist angesichts drohender Strafen auch in ihrem eigenen Interesse.

Aber auch der Gesetzgeber könnte etwas tun. Wenn die DSGVO wie angekündigt bald europaweit nachgebessert wird, könnte sich Deutschland für stärkere Mindeststandards bei der Identifikation von Auskunftsersuchenden einsetzen. Alles andere macht es Datendieben viel zu leicht. politik@lr-online.de