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| 20:39 Uhr

Kommentar
Standhaft gegen die Mehrheit

 Christine Keilholz
Christine Keilholz FOTO: LR / privat
Das Schicksal von Mühlrose ist ein tragisches. Wer umzingelt ist vom Tagebau, hat nicht viele Optionen. Weggehen heißt, Wurzeln kappen und Gewohntes aufgeben.

Bleiben ist nicht besser: Wer hier lebt, der atmet schlechte Luft. Der Blick aus dem Fenster offenbart galaktisches Nicht, das das eigene Haus bald schlucken wird. Niemand, der nicht an einer Abbruchkante lebt, kann das nachfühlen. Die Zukunft ist gewiss: Es gibt sie nicht.

Schwer genug ist die Gegenwart in einem Dorf auf Abruf. Mühlroses 200 Einwohner mussten sich entscheiden. Das Resultat ist eine gespaltene Dorfgemeinschaft. Die, die bleiben wollen, stellen sich gegen die Mehrheit. Das ist ihr Recht. Aber sie müssen es auch nutzen.

Die sieben Mühlroser, die sich gegen die Umsiedlung wehren, nutzen ihr Recht nicht. Zur Präsentation der Mühlroser Erklärung im Dresdner Landtag sind sie nicht erschienen. Sie ließen stattdessen Interessenvertreter in ihrem Namen sprechen. Das ist schade und ist ihrem Anliegen nicht angemessen. Standhaft sein heißt auch: Dazu stehen.

⇥christine.keilholz@lr-online.de