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| 20:21 Uhr

Kommentar
Wenn Leute fehlen

 Christine Keilholz
Christine Keilholz FOTO: LR / privat
Wer jung ist und gute Jobs will, der weiß ziemlich genau, was er mitbringen muss: Auslandserfahrung ist wichtig. Akademiker denken internationaler, sie leben städtischer als früher. Von Christine Keilholz

Dieser Gedanke ist eigentlich logisch – aber er war der Strukturpolitik bislang fremd. In vielen ländlichen Regionen geht es längst nicht mehr um immer neue Arbeitsplätze – es geht um Arbeitskräfte, die nicht nur gute Abschlüsse mitbringen, sondern die Welterfahrung, die es braucht, um eine Gegend voranzubringen. In der Lausitz weiß man das gut, trotzdem geht es beim Strukturwandel immer noch nach alten Prinzipien zu: Der Aufbau von sichtbarer Infrastruktur gilt als Allheilmittel, so als könnten Straßen und Schienenwege gleich die Zukunft heranbringen. Es sind die Prinzipien aus einer Zeit, als das größte Problem Arbeitslosigkeit war und alles darauf ausgerichtet, Unternehmen anzusiedeln. Aber wenn nicht Jobs fehlen, sondern Leute, die die Jobs machen können, dann muss sich Politik weniger an Strukturen orientieren, sondern an Personen und ihren Lebenswelten. Ein Ort muss cool sein, damit man da gern lebt, so ist das inzwischen. Leider ist Coolness nicht für Geld zu haben.

⇥politik@lr-online.de