ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:45 Uhr

Kommentar Zu Sarrazin und der SPD
Endlich Klarheit

FOTO: MOZ
Kommentar. Drei Mal hat die SPD versucht, Thilo Sarrazin loszuwerden. Zwei Mal ist sie gescheitert. Dass es jetzt doch noch geklappt hat, war nicht unbedingt zu erwarten. Schließlich liegen die Hürden für einen Parteiausschluss sehr hoch in Deutschland. Die Sozialdemokraten stellen mit dem Rausschmiss formell eine Klarheit her, die es informell schon längst gibt: Sarrazins Thesen stehen nicht für Zusammenhalt, nicht für Solidarität, nicht für Weltoffenheit – während die SPD wenigstens versucht, diese Werte hochzuhalten. Von Mathias Puddig

Er ist kein Sozialdemokrat.

Dass es der SPD trotzdem so schwer fiel, ihn loszuwerden, mag viele verwundern. Es ist aber unausweichlich. Denn es zeigt: Auch nach Sarrazins Abschied werden die Spitzen egal welcher Partei nicht willkürlich unliebsame Mitglieder ausschließen können – das ist der wichtigen Rolle der Parteien im Verfassungsgefüge geschuldet. Auch die SPD wird mit dem Fall Sarrazin noch reichlich zu tun haben. Er hat ja schon angekündigt, alles zu tun, um seinen Abschied hinauszuzögern. Das wird schmerzhaft. Bei aller Klarheit bleibt Sarrazin vorerst ein Stachel im Fleisch der SPD. Vermeiden ließ sich das nicht.

politik@lr-online.de