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| 18:42 Uhr

Kommentar zu Rücktritt von Albrecht Gerber
Verlässlich und respektabel in allen Belangen

Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: LR / Redaktion
Dieser Schritt verdient Respekt. Weil ein Familienmitglied schwer erkrankt ist, zieht sich Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber aus der aktiven Regierungspolitik zurück. Für die SPD wie für die Landespolitik ist das ein schwerer Verlust: Denn Gerber machte stets solide Arbeit, kämpfte für den Erhalt von Industriearbeitsplätzen wie etwa im Bahnwerk Eberswalde oder im Braunkohlenrevier der Lausitz.

Sicher, die Grünen, die Naturschutzverbände und alle Lausitzer Kohlegegner werden, nein, müssen das anders sehen: Aus ihrer Position heraus betrachtet war Gerber das Aushängeschild des Braunkohlentagebaus, der Kämpfer gegen den Kohleausstieg. Doch auch das passt, denn der Minister ist stets seiner Linie treu geblieben. Auch jetzt.

Brandenburgs rot-rote Koalition indes steht nun vor großen Problemen: Denn ein Jahr vor der nächsten Landtagswahl sind zwei Posten im Kabinett sicher und ein Posten ist vielleicht neu zu besetzen. Für Albrecht Gerber und Diana Golze müssen definitiv Nachfolger gefunden werden. Dagegen scheint eine Ablösung des glücklosen Landwirtschaftsministers Jörg Vogelsänger aus fachlichen wie gesundheitlichen Gründen ebenso überfällig.

Doch gute Minister fallen auch in Brandenburg nicht einfach so vom Himmel. Dietmar Woidke wird die Lücken in seinem Kabinett deswegen wohl mit den Bordmitteln der Landtagsfraktionen zu stopfen haben. Und das dort vorhandene, eher beschränkte Personaltableau macht den Start ins Wahlkampfjahr 2019 für beide Fraktionen nicht gerade leichter.

politik@lr-online.de