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| 18:52 Uhr

Kommentar Führerscheinumtausch
Aktueller als unsere Kenntnisse

 Hajo Zenker
Hajo Zenker FOTO: MOZ
Der Führerschein ist für viele ein täglicher Begleiter und verrät auch viel über das eigene Leben, etwa mit Spuren von Schweiß, Tränen oder Kaffee auf dem gefalteten Papier. Deshalb hängen viele Millionen Deutsche an ihrem „Lappen“ – egal ob noch grau oder schon rosa.

Doch den Papierexemplaren geht es nun endgültig an den Kragen. Plastikkarten für alle, lautet das Motto. Denn die EU will nicht nur das Scheckkartenformat, sondern zudem den Führerscheinumtausch alle 15 Jahre.

Wer den einen oder anderen Verkehrsteilnehmer insbesondere fortgeschrittenen Alters erlebt, wird sich über diese Nachricht gefreut haben. Anfangs. Denn eine neue Prüfung soll es für das neue Dokument nicht geben. Der Führerschein wird schlicht in der EU vereinheitlicht. Bezahlen müssen den Umtausch wir.

Dabei soll es so sein, dass die Karte fälschungssicherer ist als ein „Lappen“. Und dass ein griechischer Polizist bald besser erkennt, ob ein Portugiese ihm einen Führerschein und nicht den Fitnessclub-Ausweis vorzeigt. Aber ausgerechnet um das Wichtigste, die Verkehrssicherheit, geht es überhaupt nicht.

Ganz nach dem Motto: Wer mal Schreibmaschine gelernt hat, kennt sich bestens mit dem Computer aus. Wer ein Telefon mit Wählscheibe als ersten Fernsprecher hatte, kommt mit dem Smartphone wunderbar zurecht. Und ein Trabant war auch ein Auto. Wenigstens sind unsere Fotos auf den Führerscheinen dann aktueller als unsere Kenntnisse.

politik@lr-online.de