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| 19:18 Uhr

Kommentar zu neuem Jobprogramm
Späte Einsicht

Tanja Wolter
Tanja Wolter FOTO: MOZ
Es ist vollbracht, unsere „Vielbeschäftigten“-Republik wird endlich um einen sozialen Arbeitsmarkt für Langzeitarbeitslose bereichert, der diese Bezeichnung auch verdient.

Viel zu lange klammerte sich die Politik an den Irrglauben, in wirtschaftlich guten Zeiten werde jeder irgendwann sein Plätzchen finden.

Gut, wenn sich nun die Einsicht durchsetzt, dass es Menschen gibt, die den Mechanismen auf dem normalen Arbeitsmarkt nicht gewachsen sind – und die trotzdem dazugehören. Nun wird die Förderung des sogenannten festen Kerns an Arbeitslosen also zur „Regel“. Die Zeit der Kurzfristprogramme, die im Nichts verpufften, ist vorbei. Die Koalition hat sich sogar noch zum Tariflohn-Prinzip bei der Lohnkostenerstattung durchgerungen. Das macht das Vorhaben zwar noch teurer. Doch zur Teilhabe gehört es auch, nicht ein Kollege zweiter Klasse zu sein.

Ob der neue Ansatz tatsächlich trägt, hängt davon ab, wie viele Stellen für Langzeitarbeitslose sich tatsächlich finden werden. Nicht nur Kommunen oder soziale Träger sind hier gefragt, sondern auch die Privatwirtschaft. Einfach wird dies für keinen der Beteiligten: Arbeitgeber wird es Zeit und Mühe kosten, und Langzeitarbeitslose müssen trotz vielfältiger Probleme den Weg in den Job-Alltag zurückfinden. Der finanzielle Anreiz dafür ist aber gut investiert, auch in künftige Generationen. Denn die Biografien der Eltern prägen oft auch die ihrer Kinder. ⇥politik@lr-online.de