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| 19:36 Uhr

Kommentar zu Merkel-Aussagen
Ziemlich verquast

Hagen Strauß
Hagen Strauß FOTO: LR / Redaktion
Dass Angela Merkel mit einem eher nebulösen Satz Debatten lostreten kann, liegt in der Natur ihres Amtes. Schließlich sagt die Kanzlerin so gut wie nichts unabsichtlich und ohne Beweggrund. Und überhaupt lassen Merkels Äußerungen oft viel Spielraum.

Sie redet halt ziemlich verquast. Ein gutes Beispiel dafür hat sie nun in einem Interview geliefert. Alle Versuche, die eigene Nachfolge selbst bestimmen zu wollen, seien „immer total schiefgegangen. Und das ist auch richtig so“, meinte die Kanzlerin. Ein Satz, der viele Interpretationsmöglichkeiten zulässt. Auch diese hier: Merkel hat nur das Faktische genannt. Es gab bisher noch keinen Kanzler, der fröhlich, frei und selbstbestimmt aus dem Amt gegangen ist. Allerdings wird auch gemutmaßt, dass Merkel den Kampf um ihre Nachfolge freigegeben hat. Mit Verlaub: Dieses Rennen läuft schon seit Wochen. Zwischen Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, Minister Jens Spahn und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. Keiner von den dreien ist so naiv, darauf zu warten, dass die Chefin offiziell grünes Licht gibt. Denn ansonsten könnte es schon zu spät sein.

politik@lr-online.de