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| 20:35 Uhr

Kommentar
Marodes Tafelsilber

Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: LR / Redaktion
Vor drei Jahren waren 13 Brücken in einem ungenügenden Zustand, nun sind es noch elf. Viel passiert ist an Brandenburgs Bundes- und Landesstraßen ganz offensichtlich nicht.

Das ist bedenklich, gerade wenn man sich die Bilder des eingestürzten Viadukts in Genua noch einmal vor Augen führt. Und es zeugt von falscher Prioritätensetzung.

Denn eine funktionierende Infrastruktur gehört zum Tafelsilber eines Landes. Sind die Verkehrsanbindungen schlecht, bleiben Investoren weg. Denn Unternehmen sind nun einmal auf zuverlässige Lieferwege angewiesen – und eine Brücke, die man nicht mehr mit voller Last befahren kann, weil sie dafür zu marode ist, stört da ganz erheblich. Zumal es gerade auch beim Strukturwandel in der Lausitz darauf ankommt, wie die Region erreichbar ist. So sehr es anzuerkennen ist, dass die Potsdamer Landesregierung in den vergangenen Jahren dem Straßenbau eine größere Priorität zugemessen hat – hier sollten noch einige Schippen draufgelegt werden. Brücken, die irgendwann einzustürzen drohen, kann sich das Land jedenfalls schlicht nicht leisten.