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| 20:23 Uhr

Kommentar zu Maaßen-Wahlkampf
Richtig und notwendig

 Guido Bohsem
Guido Bohsem FOTO: LR
Es gibt wirklich viele Gründe, anderer Meinung als Hans-Georg Maaßen zu sein. Der ehemalige Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz plädiert im Grunde für eine Rückkehr in einen autoritären Staat, der die deutsche Mehrheitsgesellschaft vor den Auswirkungen der veränderten Welt schützen soll.

Dafür erntet er andauernde und heftige Kritik. Es war jedoch nicht seine Haltung, die ihn ums Amt brachte, sondern, dass er im Streit um seine Positionen das notwendige Maß und den Respekt vor seinen Dienstherren vermissen ließ.

Dass er selbst das nicht erkennt, sondern sich vielmehr als Opfer einer übermächtigen Meinungsmaschine wähnt, ist menschlich und nachvollziehbar, dennoch liegt er falsch. Richtig ist, dass Maaßen auch dadurch für einen großen Teil politisch Interessierter zu einer Art rotem Tuch geworden ist. Das Ausmaß an Verachtung und Wut, das er auf sich zieht, ist übertrieben. Zugute halten muss man Maaßen, dass er sich dadurch nicht weiter radikalisieren lässt.

Deshalb eignet sich sein Auftritt bei der CDU im sächsischen Radebeul auch nicht für die heftige Kritik, die daran geübt wird. Obwohl von den AfD-Anhängern im Publikum umworben, distanzierte sich Maaßen deutlich von der Partei. Klar ist: Die an den rechten Rand verlorenen Wähler gewinnt die CDU nicht mit ihrem liberalen Flügel, sondern mit Leuten wie Maaßen und einer Organisation wie der Werteunion zurück. Für diese Bemühungen sollte sie keiner kritisieren, über ihre Positionen darf und sollte man natürlich weiter streiten. ⇥politik@lr-online.de