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| 19:07 Uhr

Kommentar Kramp-Karrenbauer über Europa
Kleinmütige Vorschläge

 Igor Steinle
Igor Steinle FOTO: MOZ
Wir dürfen nicht Schlafwandler in einem erschlafften Europa sein“, hat der französische Präsident Emmanuel Macron in einem leidenschaftlichen Appell für mehr Europa gewarnt. Nun hat Annegret Kramp-Karrenbauer – die Frau, die gerne nächste Bundeskanzlerin werden möchte – geantwortet.

Mit eben jener Verschlafenheit, vor der Macron gewarnt hat.

Anstatt sich von der Leidenschaft des Präsidenten anstecken zu lassen, antwortet die CDU-Chefin mit einem Konglomerat technokratischen Klein-Kleins. Während Macron für ein Europa wirbt, das seine Bürger im Wettbewerb der Großmächte schützt und nicht nur als seelenloser Markt wahrgenommen wird, steht auf AKKs Prioriätenliste ganz oben: ein seelenloser Binnenmarkt für Banken. An sich keine schlechte Idee. Nur Herzen gewinnt man damit keine.

Dabei ist der europäische Anker in Zeiten, in denen die weltpolitische Lage einzelnen Staaten wie Sturmwellen ins Gesicht schlägt, wichtiger denn je. Klima, Digitalisierung, Freihandel, Migration und Sicherheit – all das lässt sich nur mit mehr Europa angehen. Dafür jedoch muss man die Herzen der Menschen erreichen. Mit kleinmütigen Vorschlägen gelingt das nicht. ⇥politik@lr-online.de