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| 19:54 Uhr

Kommentar zu Klimaschutz
Weniger ist mehr

 Martin Hofmann
Martin Hofmann FOTO: nicht bekannt
Als stabiles Fundament gilt das Grundgesetz. Seine Absichten müssen eindeutig und verständlich sein. Weniger Text ist da oft mehr. Lässt der Artikel 20a Fragen offen?

Dort ist es Aufgabe aller Staatsorgane, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen. Den Lebenden wird auferlegt, dies für die künftigen Generationen zu tun.

Die bayerische Verfassung verzichtet auf diese Generationenverantwortung. Doch nur ganz schlichte Gemüter dürften das Ziel lediglich auf ihre Lebenszeit beziehen. Wer diese Vorgaben jetzt um den Klimaschutz erweitern will, ist entweder ignorant oder ein Fan lautsprecherischer Symbolpolitik. Die löst aber kein einziges Zukunftsproblem.

Dabei stößt das Ziel, Umwelt und Klima stabil zu halten, auf breite Zustimmung. Zudem bietet es mehr Vor- als Nachteile. Der Abschied von fossilen Brennstoffen verbessert die Luft, reduziert den Lärm, lässt uns in angenehm temperierten Gebäuden leben.

Ressourcen sparsam einsetzen, schmackhafte Lebensmittel genießen, das erhöht unser Wohlbefinden und erhält Tier- und Pflanzenarten. Die Technik dafür ist weitgehend entwickelt. Ein Land, das davon lebt, sie zu verbessern, ist gut beraten, voranzugehen.

Packen Sie es endlich an, will man den Regierenden im Bund und in Bayern zurufen. Geben Sie einen langfristigen Rahmen vor, der Entscheidungen für Innovationen erleichtert. Setzen Sie mehr auf Anreize als auf Vorschriften, lassen Sie Luft für technische Neuerungen. Oft hilft ein Blick in andere Länder, um sinnvolle Ideen zu übernehmen. Eine Debatte um neue Sätze im Grundgesetz lenkt nur ab davon, Zukunft zu gestalten.

politik@lr-online.de