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| 20:03 Uhr

Kommentar zu Klage gegen Rupert Stadler
Großer Fisch muss zittern

 Dieter Keller
Dieter Keller FOTO: MOZ
Jetzt wird es eng für Rupert Stadler. Zwar gilt für den Ex-Audi-Chef wie für jeden Angeklagten die Unschuldsvermutung, solange es kein rechtskräftiges Urteil gibt. Bis das vorliegt, kann es Jahre dauern.

Zumindest wenn das Landgericht München die Anklage der Staatsanwaltschaft annimmt. Die sollte sich ihrer Sache sicher sein, denn eine Ablehnung wäre für sie eine Riesenblamage.

Allerdings ist es in Wirtschaftsverfahren häufig schwierig, wirklich juristisch hieb- und stichfest die Vorwürfe nachzuweisen. Bei Stadler geht es darum, dass er spätestens Ende September 2015 von den Abgasmanipulationen wissen musste. Dazu musste er nur Zeitung lesen, denn da war die VW-Dieselaffäre längst allgemein bekannt. Trotzdem hat er bei der VW-Tochter den Verkauf von Dieselautos nicht sofort gestoppt. Das ist der Anklagepunkt und nicht, ob er viel früher Bescheid wusste.

Hätte er sofort weitere Auslieferungen verhindert, hätte er gleich seinen Hut nehmen können. Das hätte ihm nicht nur vier Monate Untersuchungshaft erspart, sondern auch die Schmach des Prozesses. Der ist schon eine Strafe für sich. Es trifft eben nicht nur die kleinen Fische.⇥politik@lr-online.de