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| 18:23 Uhr

Kommentar zu Heils Gesetzes-Vorstoß
Bevor sie auf der Straße stehen

 Mathias Puddig
Mathias Puddig FOTO: MOZ
Bislang ist es meist so: Diejenigen, die ohnehin schon gut ausgebildet sind, sind auch im Job mobiler und suchen sich Positionen, bei denen die Weiterbildung ganz normal dazu gehört.

Zugleich verharren die geringer Qualifizierten oft ängstlich in ihren Jobs und hoffen, dass sie es schon irgendwie bis zur Rente schaffen. Nach Alternativen suchen sie erst, wenn sie ohne Arbeit dastehen. Das ist natürlich viel zu spät. Hubertus Heil will mit seinem Vorstoß diese Leute erreichen, bevor sie auf der Straße stehen. Das ist der richtige Ansatz.

Denn die Arbeitswelt entwickelt sich immer schneller weiter. Sie verlangt in immer kürzeren Abständen neue Fähigkeiten, die zwar keine Hexereien sind, aber trotzdem erlernt werden müssen. Ohne regelmäßige Schulungen wird das nicht gehen – und dafür muss das ganze System der beruflichen Fortbildung massiv ausgebaut werden.

Noch ist das Gesetz, das Heil gern als „Arbeit-von-morgen-Gesetz“ verkaufen will, ziemlich vage. Vieles muss noch geklärt werden. Wird das aber richtig gemacht, besteht die Chance, dass das Gesetz tatsächlich hält, was sein blumiger Name verspricht.

politik@lr-online.de