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| 07:02 Uhr

Kommentar
Nebenschauplätze der Hilflosigkeit

Kathleen Weser
Kathleen Weser FOTO: Steffen Rasche
Der gnadenlose Streit um Flüchtende aus Krisengebieten und vor unmenschlichen Lebensverhältnissen spaltet Politik und Gesellschaft auch zwischen Cottbus und Berlin.

Hier wurde das Wochenende beherrscht von der selbst verordneten Aufgabe, das Elend fern zu halten von der eigenen heilen Welt – auf der Demonstration von Zukunft Heimat auf dem Cottbuser Marktplatz ebenso wie im Machtkampf der Union mit der gefürchteten Frage nach dem Fortbestand der Koalition. Beides sind Nebenschauplätze der Hilflosigkeit im menschenunwürdigen Drama, das sich auf dem Massengrab Mittelmeer abspielt – und gegen das offensichtlich nur Hilfsorganisationen wirksam etwas tun. Es mag sein, dass die Retter dies indirekt zum Tatwerkzeug von Schleppern macht. Aber dass heute auf Malta die gerichtliche Anhörung gegen den Kapitän des Rettungsschiffes „Lifeline“ der Dresdener Hilfsorganisation beginnt, die auf humanitärer Fahrt in den Konflikt gesteuert ist, ist partei- und grenzübergreifend Politikern geschuldet, die sich mit sich selbst beschäftigen und deshalb versagen. kathleen.weser@lr-online.de