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| 19:28 Uhr

Kommentar
Chance nicht nur für Weber

Werner Kolhoff
Werner Kolhoff FOTO: LR / Redaktion
Noch ist Manfred Weber nicht EU-Kommissionspräsident. Trotzdem verändert schon die erklärte Spitzenkandidatur des CSU-Nachwuchstalents einiges, zumal sein Erfolg nicht unwahrscheinlich ist.

Das Wichtigste: Sie zähmt die CSU. Eine Partei, die den Juncker-Nachfolger stellen will, kann sich schlecht gleichzeitig antieuropäisch gebärden. Das Gerede über die EU-Bürokraten dürfte in München nun weniger werden. Vielleicht auch die Anbandelungsversuche mit dem Ungarn Viktor Orban, denn der künftige EU-Kommissar wird wie der alte für eine gemeinsame europäische Flüchtlingspolitik und gegen geschlossene Grenzen eintreten. Es geht aber noch über die Europa-Politik hinaus. Weber hat noch nie auf dicke (Leder-)Hose gemacht, er ist ein ausgleichender Typ. Wenn er nun eine so herausragende Funktion bekommt – die wichtigste, die die CSU je hatte – wird das auf die Partei zurückstrahlen. Das wäre für das Koalitionsklima in Berlin nur gut. ⇥politik@lr-online.de