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| 08:12 Uhr

Kommentar
Wenn das Extreme Normalfall wird

 Andrea Hilscher
Andrea Hilscher FOTO: LR / Sebastian Schubert
Eine AfD-Kandidatin aus Cottbus spricht von Migranten, „die auf unser Deutschland scheißen“, ein Lausitzer sieht in der Stadt „Profiteure der Flüchtlingsindustrie“ am Werk und fordert, dass „Ostblockländer“ Unterstützung leisten, damit in Deutschland wieder „demokratische Verhältnisse“ herrschen.

AfD-Mitglieder im Spreewald bezeichnen Parlamentsmitglieder als „Parasiten“, andere sympathisieren offen mit der Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck. Die Liste ließe sich fast endlos verlängern: In den vergangenen Monaten haben sich Redner auf Demonstrationen und Wahlkampfveranstaltungen in ihrer Brachial-Rhetorik überboten, immer bemüht, die Grenzen des Sagbaren immer noch ein paar Zentimeter weiter nach rechts außen zu verschieben. Das hat Folgen, nicht nur in der politischen Debatte. Auch im persönlichen Umgang ist der Ton rau geworden. Der gerade von Konservativen immer wieder geforderte gegenseitige Respekt geht immer mehr verloren. Die Gesellschaft verändert sich, und wir uns mit ihr. Es steht viel auf dem Spiel. Unsere Menschlichkeit zum Beispiel.

andrea.hilscher@lr-online.de