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| 19:23 Uhr

Kommentar zu Rechtschreibung kontra Soziale Medien?
Skepsis vor Modernisierung

 Mathias Puddig
Mathias Puddig FOTO: MOZ
Die deutsche Rechtschreibung ist echt nicht einfach – und Studien zeigen, dass Kinder seit Jahren immer mehr Fehler machen. Doch sind daran die sozialen Medien schuld?

So einfach ist es nicht. Die Ursachen für schlechte Resultate in der Rechtschreibung sind viel komplexer: So hängt der Bildungserfolg noch immer von der sozialen Herkunft ab. Jungen lesen und schreiben auch heute noch schlechter als Mädchen. Und während die alten Probleme geblieben sind, kamen neue dazu. Der Unterricht ist anspruchsvoller geworden als noch vor Jahrzehnten – und zwar für die Lehrer. Denn die Schülerschaft ist vielfältiger. Das hat mit der Zuwanderung ebenso zu tun wie mit der Inklusion. Und dann waren da auch noch an einigen Schulen didaktische Experimente wie das „Schreiben nach Gehör“.

Wer die Ursachen allein bei sozialen Medien sucht, der macht es sich also zu leicht. Schlimmer noch: Er bedient die Furcht vor der Digitalisierung an Schulen. Noch immer herrscht – bei Eltern, aber auch bei Pädagogen – eine bemerkenswerte Skepsis vor modernen Unterrichtsformen. Viele würden ihren Kinder am liebsten den Unterricht geben, den sie selbst einmal genossen haben, lange vor der Erfindung sozialer Medien. Dabei wäre das genau der falsche Weg. Wer will, dass Schüler auf das moderne Leben vorbereitet werden, der muss ihnen modernen Unterricht geben. Die simple Verteufelung sozialer Medien ist dabei wenig hilfreich.