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| 18:36 Uhr

Leitartikel zu Tretrollern
Es braucht neue Konzepte für die Mobilität

FOTO: lr / LR
Elektrisch betriebene Roller sind eine gute Ergänzung der Mobilität in Städten. Sie können Lücken schließen, weil sie handlich sind und bequem transportiert werden können. Zudem sind sie umweltfreundlicher als das Auto. Von Dorothee Torebko

Dennoch sind E-Roller keine Heilsbringer einer ökologischen und modernen mobilen Gesellschaft. Sie sind nur ein Mini-Baustein. Viel wichtiger ist, dass sich Städte überlegen, wie sie Menschen bewegen wollen und dass sie dementsprechend eine Verkehrsstrategie entwickeln.

Im Grunde gibt es nur zwei Möglichkeiten. Bei Möglichkeit eins bleibt alles so, wie es ist. Heißt, Parkplätze werden nicht mit zusätzlichen Gebühren belegt, es gibt keine Pkw-Maut für Innenstädte und keine besseren Verbindungen mit Bus und Bahn. Dann riskieren die Städte allerdings, dass durch den massiven Zuzug von Menschen in die Ballungszentren Chaos, ja Krieg zwischen den Verkehrsträgern im öffentlichen Raum ausbricht.

Möglichkeit zwei ist attraktiver. Sie bedeutet die Gestaltung einer modernen Mobilität – sie bringt damit aber für Autofahrer schmerzliche Einbußen mit sich. Denn eine neue Mobilitätswelt hat zur Folge, dass ihnen Raum weggenommen und Rädern, E-Rollern und Fußgängern zugesprochen wird. Vorreiter dafür sind Städte wie Kopenhagen, die den Radverkehr priorisieren. Ihr Beispiel zeigt, dass es aber jahrzehntelanger Planung und hartnäckiger Überzeugungsarbeit  bei den Bürgern bedarf, bevor die Vision einer lebenswerten Stadt mit Platz für viele Verkehrsträger Realität wird. Jetzt ist das ökologische Bewusstsein in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Daher ist jetzt auch die Zeit für neue Konzepte. Es braucht nur den Mut, diese durchzusetzen.

politik@lr-online.de