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| 05:20 Uhr

Kommentar
Lausitzer Achterbahnfahrten

Christian Taubert
Christian Taubert FOTO: Sebastian Schubert / LR
Die Lausitz zieht ihre wirtschaftliche Stärke seit Jahrzehnten aus dem Leuchtturm Kohle- und Energiewirtschaft. Noch heute hängen Zulieferer mit mehr als 15 000 Arbeitsplätzen von diesem Industriezweig ab. Um das festzustellen, hätte es keiner Potenzialanalyse der Wirtschaft in der Region bedurft. Auch nicht dafür, dass die Lausitz die wirtschaftlich stärkste Region Brandenburgs ist. Und dennoch war diese Studie wichtig, hat sogar manchen Experten überrascht. Denn immerhin haben zwei Drittel der befragten Unternehmen angegeben, schon an neuen Geschäftsfeldern zu arbeiten. Bei der ehemaligen Kraftwerksausgründung Emis Lübbenau geht das bis zum Freizeitresort Europa-Park Rust, wo sich längst keine Achterbahnen mehr ohne die elektrische Steuerung der Spreewälder bewegen.

Welch geballte Kompetenz es in der Lausitz gibt – die im Übrigen viel zu sehr im Verborgenen liegt – macht die Studie deutlich. Die Mehrzahl der Unternehmen plant Innovationen, arbeitet mit Forschungseinrichtungen zusammen und sucht neue Märkte im Ausland. Dafür allerdings brauchen sie Zeit und Geld. Sich Zukunftsfeldern neben dem Basisgeschäft zu widmen, überfordert viele. Deshalb braucht der Strukturwandel in der Region viele „Helfer“ – von der Innovationsregion Lausitz über das Land bis hin zum Bund. Und dafür muss mit der politischen Achterbahnfahrt in Berlin um Energiewende und Kohleausstieg endlich Schluss sein.

Ein erster Schritt könnte sein, dass Bund oder Land entscheiden, Behörden wie das neu zu schaffende Bundesstraßenamt oder den Brandenburger Landesrechnungshof – der im Landtag keinen Platz mehr hat – in der Lausitz anzusiedeln.

christian.taubert@lr-onlinde.de