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Kommentar
Guter Weg zur Energiewende

Jan Selmons
Jan Selmons FOTO: Sebastian Schubert / LR
Cottbus.

Was die Erkenntnisse zur Flexibilisierung der Lausitzer Braunkohlekraftwerke angeht, zeigt sich ein wichtiger Paradigmenwechsel: Flexibilisierte Kraftwerke in Jänsch­walde oder Boxberg wären künftig nicht mehr zur Bereitstellung einer Energiegrundlast nötig, sondern wären in der Lage, den Übergang zu den erneuerbaren Energien zu flankieren. Diese Aussagen der Forscher zeigen zweierlei: Die Fachleute haben erstens offenbar schon lange ideologische Grabenkämpfe hinter sich gelassen. Sie suchen gemeinsam nach dem sinnvollsten Weg, eine für die meisten Menschen akzeptable Energiewende zu schaffen, während die Politik hinterherhinkt und die Lausitz zu wenig hört. Zweitens hält die Lausitz mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung in Sachen Energieproduktion den Schlüssel in der Hand, um für ganz Deutschland zu zeigen, wie es mit der Energiewende geht. Dieses Potenzial darf von einer neuen Koalition in Berlin nicht verschenkt werden. Statt sich mit neuen und teuren Gaskraftwerken in florierenden Regionen weiter von langfristig unsicheren Gasimporten abhängig zu machen, sollte in überschauberem Umfang auf heimische Kohle gesetzt werden und auf regionales Expertenwissen. Davon dürfte die Lausitz zudem als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort profitieren.
jan.selmons@lr-online.de