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| 19:11 Uhr

Kommentar BAMF
Es bleibt alles eine Fragedes Vertrauens

FOTO: MOZ
So langsam gerät das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wieder aus den Schlagzeilen. Ob das am neuen Chef liegt, den Innenminister Horst Seehofer im Juni eingesetzt hat oder an der Sommerpause, muss sich allerdings noch erweisen. Von Stefan Kegel

In den vergangenen drei Jahren hat es das Amt immer wieder geschafft, mit neuen Affären zu verblüffen. Dennoch muss man den Mitarbeitern zugestehen, dass nach der Phase der absoluten Überforderung in den Jahren 2015 und 2016 die Bearbeitungszeit der Asylanträge auf ein annehmbares Maß gesunken ist und endlich – auch durch die zusätzlichen 1650 Stellen – die internen Prüfungen bald intensiver durchgeführt werden können.

Gern wird jetzt vor allem von den Linken darauf verwiesen, dass es gar keinen Asyl-Skandal gibt und alle Berichte, etwa über die Bremer Schummeleien, nur aufgebauscht sind. Zum Beweis werden Zwischenstände der Bamf-Untersuchungen oder die aktuelle Zahl von deutschlandweit nur 0,7 Prozent fälschlich zuerkannten Asyl­entscheiden herangezogen. Dabei kann man darauf seriös frühestens im September antworten, wenn das Bamf die interne Überprüfung der Zustände in der Bremer Außenstelle abgeschlossen hat. Und die strafrechtliche Aufarbeitung wird noch länger dauern.

Der Bremer Fall, die willkürliche Vergabe von Asylbescheiden, wirkt aber nicht allein wegen deren Zahl. Sondern wegen des Verdachts, dass sogar eine regionale Bamf-Leiterin über Jahre hinweg ungestört Dokumente fälschen konnte – und danach sogar noch in verantwortlicher Position tätig sein durfte. Das Vertrauen zurückzugewinnen, wird Zeit brauchen. Umso besser, wenn interne Untersuchungen ergeben, dass die Tausenden anderen Mitarbeiter zuverlässig gearbeitet haben. ⇥politik@lr-online.de