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| 18:59 Uhr

Kolumne Meine Wirtschaftswoche
Mir will etwas einfallen, als ich gestört werde

 Peter Blochwitz
Peter Blochwitz FOTO: LR / Sebastian Schubert
Ich lese gerade, dass der in Deutschland meistverkaufte Roman des Jahres 2018 „Der Insasse“ von Sebastian Fitzek vor „Die Tyrannei des Schmetterlings“ von Frank Schätzing war, gefolgt von Dörte Hansens „Mittagsstunde“, da will mir etwas einfallen. Von Peter Blochwitz

Dabei werde ich von der Meldung gestört, dass sich zwei der größten Buchhandelsketten Deutschlands zusammenschließen wollen. Mit der Fusion des Marktführers Thalia mit der Nummer vier – der Mayerschen Buchhandlung – entstehe „der bedeutendste familiengeführte Sortimentsbuchhändler in Europa“, teilen die Unternehmen mit.

Das neue Unternehmen wird über rund 350 Buchhandlungen im deutschsprachigen Raum sowie über mehrere Online-Shops verfügen. Über den Shop-in-Shop-Anbieter Best-of-Books vertreibt die Mayersche Buchhandlung zudem Bücher in mehr 1000 SB-Warenhäusern, Verbrauchermärkten, Supermärkten und Drogerien.

Warum dieser Zusammenschluss? Der Thalia-Mehrheitsgesellschafter Manuel Herder erklärt, dies sei „ein Zeichen des Aufbruchs gegen die Marktmacht globaler Online-Händler und für die innerstädtische Lesekultur“. Der Inhaber der Mayerschen Buchhandlung Hartmut Falter betont seinerseits: „Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, weil wir uns strategisch auf die Zukunft einstellen wollen.“

Was heißt das? Der traditionelle Buchhandel in Deutschland sieht sich mit zwei großen Herausforderungen konfrontiert. Zum einen macht der US-Internetgigant Amazon den stationären Händlern die Umsätze streitig. Seit Jahren verkauft niemand in Deutschland mehr Bücher als der Onlineriese.

Doch das ist nicht das einzige Problem. Der deutsche Buchhandel meldete zwar für das Jahr 2018 einen stabilen Umsatz, es werden dennoch insgesamt immer weniger Bücher verkauft. Allein in den vergangenen fünf Jahren verlor die Branche nach Angaben des Börsenvereins des Buchhandels rund 6,4 Millionen Kunden. Die Zahl der verkauften Bücher ging in zehn Jahren um 37 Millionen auf 367 Millionen zurück.

Der Buchhandel verliert massiv Kunden ... Jetzt weiß ich wieder, was mir vorhin einfallen wollte: Ich habe doch noch diesen Gutschein! Einzulösen beim Buchhändler meines Vertrauens in der Innenstadt! Den Gutschein bekam ich zum Geburtstag im vergangenen Jahr, jetzt wird’s aber Zeit! In ein paar Tagen werde ich wieder ein Jahr älter, kriege sehr gewiss wieder einen Gutschein ...

Okay, Schluss hier, ich muss jetzt mal los. Den Fitzek-„Insassen“ habe ich sowieso schon länger auf dem Zettel – und Moment, hat ­Stephen King nicht auch mal wieder was rausgebracht?