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| 20:55 Uhr

Kolumne Meine Wirtschaftswoche
Hortens Milliarden

 Andreas Blaser
Andreas Blaser FOTO: LR / Andreas Blaser
Sehr kreativ waren sie nicht bei der Verschmelzung von Karstadt und Galeria Kaufhof, als es um Name und Logo ging: Galeria Karstadt Kaufhof, dazu ein Einkaufstütengriff als Logo. Und das in Zeiten, wo für immer mehr Käufer die Ware im (Amazon-)Karton kommt und nicht in der aus Umweltgründen teils schon verpönten Plastiktüte nach Hause getragen wird. Von Andreas Blaser

Der neue Eigentümer des fusionierten, neuen Kaufhausriesen scheint mehr Wert auf die wirklich wichtigen Dinge in der Branche zu legen und seine Firmen wirtschaftlich wieder auf Kurs zu bringen. René Benko, ein österreichischer Immobilieninvestor, kaufte bereits vor Jahren den damals maroden Karstadt-Konzern und macht mit ihm inzwischen mittels Umstrukturierungen und Einsparungen – auch natürlich zulasten der Beschäftigten – wieder Gewinn. Ähnliches will er nun bei Galeria Kaufhof realisieren.

Dass dem Österreicher dies in der einen oder anderen Form gelingt, muss man sich als Cottbuser schon fast wünschen, damit in Zukunft das Blechen Carré nicht von zwei Brachen eingerahmt wird. Und die Chancen dafür stehen bei Benko durchaus gut: Er kauft, was perspektivisch Geld bringt. So gehören dem 42-Jährigen nicht nur Karstadt und Kaufhof, sondern auch das legendäre Chrysler Building in New York und andere Immobilien. Vor einigen Monaten kaufte Benko zudem Anteile an der „Krone“ – klingelt da etwas?

„Drei, vier Leute rein, drei, vier raus, zack.“ So stellte sich der inzwischen von seinen Ämtern als Minister und Parteichef zurückgetretene Heinz-Christian Strache vor, wie sich seine Freiheitliche Partei Österreichs des Landes größte Boulevard-Zeitung zu Diensten machen kann.

Auf dem Video der Ibiza-Affäre nannte Strache auch mehrere Personen, die angeblich an seine FPÖ oder einen zwischengeschalteten Verein Wahlkampfgeld gespendet haben sollen: darunter auch René Benko, der dies natürlich dementierte.

Als Strache in dem Video angebliche FPÖ-Spender aufzählt, fällt auch der Name Horten. Klingelt’s wieder? Richtig – Cottbus, Konsument, Horten . . . Die 78-jährige Heidi Horten ist mit einem Vermögen von rund 2,8 Milliarden Euro die reichste Frau des Alpenlandes. Ihre Milliarden erlangte sie durch die Heirat mit dem 1987 gestorbenen deutschen Kaufhaus-König Helmut Horten. Das war allerdings zu einer Zeit, als in und mit Kaufhäusern noch Milliarden verdient wurden. Heute unvorstellbar – das wird vermutlich nicht einmal dem neuen Galeria-Karstadt-Kaufhof-Eigentümer René Benko gelingen.