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| 19:10 Uhr

Kolumne Post aus Potsdam
Geschenke unerwünscht

 Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: LR / Redaktion
Mit Geschenken ist das so eine Sache. Wer in einer Behörde oder der Politik aktiv ist, nimmt sie besser nicht an. Denn hinter fast jedem Geschenk verbirgt sich eine Absicht: Der Schenkende will Werbung für sich und seine Anliegen machen.

Geschenke sind oft schlicht versuchte Korruption. Deswegen ist es verdienstvoll, dass in der Potsdamer Staatskanzlei nun ein Plakat mit der Aufschrift „Wir nehmen keine Geschenke“ hängt. Darauf abgebildet sind eine Weinflasche, eine Pralinenschachtel oder Tickets. Der Sinn des Plakats ist klar: Es soll Besucher und Mitarbeiter gleichermaßen für Korruption sensibilisieren. Denn Beamte dürften nun einmal keine Geschenke von Dritten annehmen.

Eine Form von Geschenken gibt es auch in der Brandenburger Politik. Das Gastgeschenk. Als Finanzminister Christian Görke kürzlich in Brüssel war, überreichte er seinen Gesprächspartnern immer eine kleine Aufmerksamkeit aus der märkischen Heimat: ein Plastiktütchen mit Spreewaldgurken aus Schokolade. Und wer die Potsdamer Staatskanzlei besucht hat, findet dort eine Ansammlung gewöhnungsbedürftiger Kunstobjekte, die Brandenburgs Ministerpräsidenten erhalten haben. Da könnte man auf die Idee kommen, das Plakat um einen Zusatz zu ergänzen: „Wir nehmen keine Geschenke – also lasst Euren Plunder am besten gleich zu Hause!“