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Kohlroulade als Kompromiss

Rüdiger Hofmann
Rüdiger Hofmann FOTO: Heike Lehmann (FIN)
Kommentar. Neulich hatten meine Kollegin und ich in der Redaktion eine Diskussion über Vegetarier. Sie sieht sich angeblich nur bedingt als Verehrerin der fleischlosen Küche.

Ich wollte in der Mittagspause zum Fleischer, sie zum Gemüsehändler ihres Vertrauens. "Als ich unlängst doch mal beim Fleischer war und lediglich Kartoffelpüree bestellt habe, was musste ich erleben? Selbst im Püree war Fleisch enthalten", sagte sie mir entrüstet. Sie spielte auf den Schinken an, der zur Zubereitung diente. Nun gut, ist alles Geschmackssache. Ich versuchte, das Thema auf Fisch zu lenken. "Auch da musst du aufpassen, wo er herkommt, was er gefressen hat, wie lange er unterwegs war und wie er zubereitet wurde." Ich dachte derweil an geräucherten Aal von der Ostsee, den ich einmal im Jahr zu mir nehme. Da rief meine Kollegin entsetzt: "Auch das ist schon zu viel. Aale sind massiv überfischt." Danach eilte sie aus dem Raum. "Soll ich dir was vom Fleischer mitbringen?" rief ich ihr kleinlaut hinterher. Sie hörte mich nicht mehr. Hab ich ihr halt eine Kohlroulade als Kompromiss mitgebracht…